Kath. Filialkirche St. Martin

Sulzbach a.d.Donau

Auf einer kleinen Anhöhe am westlichen Fuße des Scheuchenberges bei Sulzbach liegt die ehemalige Wehrkirche St. Martin. Schon ihr Patrozinium – der hl. Martin wurde im Frühmittelalter zum Reichsheiligen erklärt – weist auf ihr hohes Alter hin. Der wuchtige Saalbau mit Schießscharten an der West- und Nordseite stammt aus frühgotischer Zeit und fußt wohl auf romanischen Mauern. Sein ältester Teil ist der nördliche Anbau, an dessen Ostseite sich das ausdrucksstarke Steinrelief einer Kreuzigung Christi befindet. Der mit Schindeln belegte, achteckige Kuppeldachreiter wurde später aufgesetzt. Eine teils noch mittelalterliche, bis zu zwei Meter hohe Bruchsteinmauer begrenzt das Friedhofsareal. Sehenswert im Innern sind u. a. die gotischen Hochaltarfiguren der Heiligen Georg und Michael und eine Sakramentsnische links vom Hochaltar. Sie wird mit dem legendenhaften Hostienfrevel im Jahr 1388 in Verbindung gebracht, der zur Gründung der Wallfahrtskirche St. Salvator in Donaustauf führte. St. Martin und der Scheuchenberg erscheinen auch als Motive auf einem der ersten Landschaftsbilder der europäischen Malerei. Albrecht Altdorfer, der es 1522 zeichnete, besaß nämlich hier einen Weinberg. 

Denkmalnummer D-3-75-130-36
Denkmalatlas ↗
Lage Bezirk Oberpfalz | Landkreis Regensburg | Markt Donaustauf
Adresse
Sulzbach a.d.Donau
Kirchstraße 7
Datierung 13./14. Jh. (im Kern)
Funktion Saalkirche, Filialkirche
Denkmalart Baudenkmal
Zugänglichkeit Öffentlich