Der mächtige Komplex von Schloss Wörth a. d. Donau thront weithin sichtbar über der Stadt auf einem isolierten Bergrücken zwischen den Ausläufern des Bayerischen Waldes und der Donau. Die langgestreckte Mehrflügelanlage war bis 1810 Residenz der Regensburger Bischöfe und neben Donaustauf ein wichtiges Machtzentrum des Hochstifts. Die Burganlage stammt im Kern noch aus dem Mittelalter, ihr Aussehen ist aber durch den Ausbau zum Renaissance-Schloss geprägt. Zugang erhält man von der Ostseite her durch zwei mit Rundtürmen bewehrte Torhäuser. Der Bergfried, ein sechsgeschossiger rechteckiger Wohnturm aus der Zeit um 1250, gehörte schon zur ersten Festung und diente später zeitweise als Gefängnis. Das südlich anschließende Dienstgebäude mit Dürnitz (Gesinderaum), ausgeführt als zweigeschossiger Satteldachbau mit Treppengiebel, wurde ab 1522 errichtet. Ebenso der westlich gelegene Fürstenbau, eine zweigeschossige Dreiflügelanlage mit zwei Ecktürmen, die man in der Folgezeit prächtig ausgestaltete. Besonders sehenswert im Innern ist das Rondellzimmer im südwestlichen Turm mit seinem umfangreichen mythologischen Bildprogramm. In diesem Raum wurde 1806 mit der Unterzeichnung der Rheinbundakte europäische Geschichte geschrieben und das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation besiegelt. Die nach Südosten anschließende Schlosskirche St. Martin, ein Saalbau mit abgewalmtem Satteldach und Nordportal, verlängert den Südflügel, so dass der Schlosshof nahezu geschlossen ist. Sie birgt eine reizvolle Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert. Seit 1988 hat ein Seniorenheim seinen Sitz in der einstigen Residenz.
| Denkmalnummer | D-3-75-210-11 Denkmalatlas ↗ |
|---|---|
| Lage | Bezirk Oberpfalz | Landkreis Regensburg | Stadt Wörth a.d.Donau |
| Adresse |
Wörth a.d.Donau Schloßberg 1 |
| Datierung | 16./17. Jh. (im Kern 13. Jh.) |
| Funktion | Schoss |
| Denkmalart | Baudenkmal |
| Zugänglichkeit | Nicht öffentlich |