1477 Erbauung (bez.)
1571 Brand und Wiederaufbau
1634 Brandschatzung durch die Schweden
1721 Erneuerung von Obergeschoss und Dachgeschoss (dendro. dat.)
2. Hälfte 20. Jh. Umbauten und Erneuerungen
Topografie
Das leicht von Nordost nach Südwest ausgerichtete Wohnhaus des ehemaligen Pfarrhofes steht ein kurzes Stück westlich der Pfarrkirche an der Puricellistraße. Vom Pfarrhof, der 1916 nur noch aus Hühnerstall, Waschküche und Holzlege bestand (der Stadel auf der Nordostseite war wohl bereits abgebrochen), sind sonst keine historischen Bauten erhalten. Den nördlichen Streifen des Areals nimmt seit 1986 der Kindergarten (Puricellistraße 23) ein.
Geschichte
Es ist anzunehmen, dass die ersten bekannten Pfarrer, die in Moosham wirkten und nicht alle Kanoniker der Alten Kapelle in Regensburg waren, hier schon im 13. Jahrhundert, wenn keinen Pfarrhof, doch zumindest eine Pfarrwohnung besaßen.
Die Inschrifttafel an der nordöstlichen Hausecke des ehem. Pfarrhauses jedenfalls belegt die Errichtung unter Pfarrer Lienhart Tiefbrunner 1477. Reste dieses mittelalterlichen Kernbaus sind im Keller und Erdgeschoss erhalten. 1571 (nach anderen Angaben 1566) wurde das Haus nach einem Brand erneuert. Dieser Brand zeigt sich in rötlichen Hitzespuren an der Bauinschrift von 1477. Im Dreißigjährigen Krieg geschah 1634 eine Brandschatzung durch die Schweden, bei der der Pfarrhof mit seinem Stadel und anderen Gebäulichkeiten niederbrannte. Hiervon war auch das Pfarrhaus betroffen; es war zwar nicht abgebrannt, doch es stand mehr oder minder nur noch der Rohbau. 1644 klagte der Pfarrer Sebastian Dendl, dass er bei seinem Einzug nichts vorfand „dann das Pfarrhauß, darauf kein guets Tach; volgent auch khein guetter Traidtboden oder Kasten. Es war darinnen weder Offen noch Fennster, weder Thür noch Thor, noch weniger Schlissl unnd Schlösser. (…) In Summa es war alles innen unnd aussen auch umb und umb offen, aso daß ausser des Pfarrhauß wie gehört (…) unnd solche Ruin hat daß laidige Khrigswesen verursacht.“ Es wird wohl nur eine provisorische Instandsetzung stattgefunden haben.
Von 1666 bis 1729 war die Pfarrei an das Regensburger Domkapitel verpachtet und durch Pfarrprovisoren verwaltet. 1721, wohl unter dem Pfarrprovisor Johann Joachim Launer (1721-1723) ist ein barocker Ausbau des Obergeschosses und das Dachtragwerks dendrochronologisch gesichert. Von Renovierungen im 19. Jahrhundert ist hingegen bislang nichts bekannt. Der heutige Ausbauzustand des Hauses lässt in den Fenstern eine Umbauphase der 1950er oder 1960er Jahre erkennen. Derzeit steht das Gebäude leer.
Beschreibung
Das ehemalige Pfarrhaus ist ein zweigeschossiger und zur Kirchbergstraße giebelständiger Satteldachbau mit einem Steildach. Die südwestliche Eingangsseite ist siebenachsig bei wechselnden Achsabständen angelegt. Der stichbogige Haupteingang liegt in der dritten Achse von links, ein Nebeneingang in der zweiten Achse von rechts. An der rechten Hausecke ist im Erdgeschoss die Bauinschrift von 1477 eingelassen. Deutlich unregelmäßiger ist hingegen die Traufseite an der Puricellistraße geteilt: im Obergeschoss sechs Achsen, die sich nach rechts auseinanderziehen. Das linke Erdgeschoss ist bis auf ein kleines liegendes Rechteckfenster geschlossen.
An den beiden Giebelseiten wirkt in erster Linie der Giebel mit seinen 2:1 barocken Rundfenstern. Die Fassaden zeigen südwestlich unregelmäßig modernisierte Fenster, ursprünglich im Obergeschoss wohl auch 1:2 wie im Erdgeschoss. Auf der Nordostseite gibt es eine mittige Achse mit einem Eingang, daneben ein unverhältnismäßig großes Fenster.
Empfohlene Zitierweise:
Ehem. Pfarrhaus, Kirchbergstr. 18, Moosham, publiziert am 09.01.2026, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-207591-d-3-75-170-40> (Datum des Zugriffs)