15./16. Jh. Erbauung
Ende 16. Jh. Erneuerung des Dachstuhls
Vor 1633/34 Gasthaus
1835 Im Eigentum des Hauses Thurn und Taxis; Umnutzung zu einem Gutsgebäude
1920er Jahre Umnutzung zum Forsthaus
Seit 2009 Leerstand
Topografie
Das Haus steht südlich unterhalb des Schlosses etwa traufständig an der von Osten zum Schloss ansteigenden Straße. In der Karte der Uraufnahme von 1816 ist es mit der alten Haus-Nr. 1 als nicht direkt zum Schloss gehörig gekennzeichnet.
Geschichte
Das Haus ist in seiner historischen Substanz und seinen Strukturen vom Keller bis zum Dach gut erhalten. Die Erbauungszeit wird im Spätmittelalter, konkret im 15./16. Jahrhundert vermutet. Der Keller besitzt eine Tonnenwölbung mit spätmittelalterlichen Schalbretterabdrücken. An der Fassade gehören zwei doppelt gekehlte Fenstergewände ebenfalls in diese Zeit. Der Dachstuhl stammt wohl aus dem späten 16. Jahrhundert. Schäden in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges lassen sich nicht feststellen. Vor der Zerstörung des Schlosses 1633/34 diente es wohl als Gasthaus. Hierauf verweist in der Uraufnahme die platzartige Erweiterung der Straße direkt vor dem Haus. Auf einen Gasthof mit Ställen und Kutschenremisen gibt es jedoch keinen Hinweis, da das Anwesen in der Uraufnahme auf einem schmalen Grundstücksstreifen steht und sich nur ein kleines Nebengebäude in der Südostecke befunden zu haben scheint. Das östlich stehende Nebengebäude besitzt keine Haus-Nr. Es könnte sowohl zur Schlossökonomie Haus-Nr. 5 als auch zu Haus-Nr. 1 gehört haben. Heute steht hier der Neubau Neueglofsheim 4. Der langgestreckte östliche Flügel entstand wohl erst im Laufe des 19./20. Jahrhunderts.
Nach dem Erwerb des Schlosses durch die Thurn und Taxis 1835 wurde das Haus ein Teil der Gutsgebäude und in den 1920er Jahren zum fürstlichen Forsthaus umgebaut. Diese Funktion verlor es spätestens mit der Verlagerung der Forstverwaltung in das Regensburger Stammschloss und ging nach dem Verkauf von Schloss und Dorf Neueglofsheim 2008 in Privatbesitz über. 2015 fanden Überlegungen und Planungen für einen Umbau als Wohnhaus statt, die bislang nicht erfolgt sind.
Beschreibung
Das zweigeschossige und traufständige Satteldachhaus zeigt insgesamt eine unregelmäßige Fassadenstruktur, bei der die Fenster nicht achsial geordnet sind. Der Eingang auf der Langseite steht in der linken Haushälfte zwischen Doppelflügelfenstern. Im Obergeschoss sind vier Fenster, davon zwei einflüglige rechts. Die Formate wechseln auf den Giebelseiten. Nach Westen gibt es regelmäßig vier Achsen in der Teilung 3:1, auf der gesamten Ostseite hingegen eine ganz unregelmäßige Befensterung. Die Dachtraufe begleitet ein vorschießendes Kehlgesims. Auffallend sind die starken Mauern. Im breiten Flur kommt man über eine Treppe in das Obergeschoss; auch der Kellerabgang ist dort verortet. Im Obergeschoss ist ein alter Tanzsaal zu vermuten. Prägend ist der Aus- und Umbau der 1920er Jahre mit den Wohneinteilungen, der Treppe ins Obergeschoss, der Haustür mit den Rautenfeldern und den Zimmertüren. Das nicht ausgebaute Dach besitzt im unteren Geschoss einen liegenden, im oberen Geschoss einen stehenden Stuhl.
Empfohlene Zitierweise:
Ehem. Gast- und Forsthaus, Neueglofsheim 2, Thalmassing, publiziert am 08.05.2025, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-202771-d-3-75-205-32> (Datum des Zugriffs)
Landratsamt Regensburg, Denkmalregistratur, Thalmassing