Ehem. Bauernhaus

Weillohe

  • Zeittafel

    Um 1749 Erbauung

    Um 1789 Aufstockung; Errichtung eines neuen Daches mit neuer Firstrichtung; Errichtung der verzierten Giebelschrote

    1. Hälfte 19. Jh. Versteinerung des Erdgeschosses 

    Frühes 20. Jh. Erneuerung der Fenster im Erdgeschoss; Innenumbauten

    2019-2024 Umfassende Sanierung 

  • Beschreibung

    Hinweis: Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um eine noch nicht lektorierte erste Arbeitsfassung. Für inhaltliche Ergänzungen und Richtigstellungen sind wir sehr dankbar (→ MITMACHEN).

     

    Topografie

    Das Bauernanwesen (alte Haus-Nr. 10) nimmt im Altort als einer der größten Höfe eine zentrale Position ein, die in der Karte der Uraufnahme von 1817 deutlich wird. Es liegt an der Ostseite eines dreiteiligen Hofstättenblocks westlich der Kirche. 

     

    Geschichte

    Der ehemalige Bauernhof gehörte bis zum Abbruch seiner teilweise in Blockbau errichteten Nebengebäude nach einem Sturmschaden vor 2015 zu den baulich markantesten historischen Anwesen des südlichen Landkreises Regensburg.

    Das teilweise erhaltene Bauernhaus wurde um 1749 (dendrochronologisch datiert) als eingeschossiger und traufständiger Blockbau über einem annähernd quadratischen Grundriss errichtet. Es handelte sich um ein Wohnstallhaus mit Mitterflur, dem Wohnteil auf der Westseite, der aus einer Eckstube und einer Küche bestand, und dem Stall auf der Ostseite. Die Wohnkammern bestanden wohl im Dachgeschoss. 

    Um 1789 geschah eine grundlegende Veränderung, bei der das Haus ein voll ausgebautes Obergeschoss und ein neues Dachwerk erhielt. Dabei wurde die Firstrichtung gedreht, sodass das Wohnstallhaus giebelgeteilt wurde und sich bis heute giebelständig präsentiert. Auf diesen Umbau gehen die beiden Schrote im Ober- und Dachgeschoss und die Holzverschindelungen an der West- und Nordseite zurück. Das Dach war bis ins 20. Jahrhundert schindelgedeckt und erhielt dann eine ebenfalls traditionelle Blechdeckung.

    In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Ausmauerung (auch: Versteinerung) des Erdgeschosses. Anfang des 20. Jahrhunderts fand ein Fensteraustausch im Erdgeschoss statt, weitere Innenumbauten betrafen Treppenerneuerungen und Türerneuerungen. Ein langjähriger Leerstand brachte das Haus in eine existentielle Bedrohung. Die Rettung kam durch Familie Dünzinger, allen voran Anton Dünzinger, der sich zusammen mit seinem Vater Otto Dünzinger mit großem persönlichen Engagement und Idealismus in die Sanierung des seit 1918 in Familienbesitz befindlichen Bauernhauses einbrachte. Die von 2019 bis 2024 durchgeführte Instandsetzung wurde auf höchstem denkmalpflegerischen Niveau in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden durchgeführt. Der Bauherr hat ein Juwel in der Bauernhauslandschaft erhalten und daraus ein Schmuckstück gemacht, das die Ortschaft Weillohe bereichert und ortsbildprägend ist.

     

    Beschreibung

    Von der historischen Anlage sind nur noch das Wohnhaus, der linke Stadel und der Rumpfbau des rückwärtigen Stalls erhalten. Das zweigeschossige und giebelständige Satteldachhaus besaß eine traditionelle Blechdeckung. An seiner dreiachsigen Giebelseite besitzt es zwei Schrote vor dem Ober- und dem Dachgeschoss mit reich geschnitzten Hängesäulen und Balusterbrüstungen. Durch den Abbruch des Stallteils liegen der Hauseingang und die Schrottür heute in der rechten Achse. Zu den beiden Eckstubenfenstern besteht ein weiterer Abstand. Die bauzeitlichen Fenstergrößen sind im Obergeschoss erhalten, mit Fensterflügeln aus dem späten 19. Jahrhundert. Im Dachgeschoss ist die Schrottür nach rechts gerückt, daneben sitzt ein kleines Fenster. Der Giebelspitz zeigt eine vorgezogene (erneuerte) Verbretterung. 

    Auch auf der westlichen, im Obergeschoss bauzeitlich verschindelten Traufseite stehen zwei Eckstubenfenster, im Obergeschoss zwei Fenster, das linke ist aus der Achse gerückt, im rückwärtigen Abschnitt ist nur noch eines und ein nach links gerücktes Fenster im Obergeschoss.

    Unregelmäßig, mit nur zwei Fenstern pro Geschoss, erscheint die nördliche, über dem massiven Erdgeschoss verschindelte und im Spitz verbretterte Giebelseite, auf der sich die Dachstuhlkonstruktion mit zwei Stuhlsäulen abzeichnet. Auf der Nordseite ist ein kleiner überdachter Erdkeller angebaut.

     

    Empfohlene Zitierweise:

    Ehem. Bauernhaus, publiziert am 20.05.2025, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-47788-d-3-75-205-17> (Datum des Zugriffs)
     

  • Quellen

    Landratsamt Regensburg, Denkmalregistratur, Thalmassing

  • Literatur