1667 Erbauung
1770 Umbau
Um 1900 Neuverputzung
1995 Trockenlegung und Fassadensanierung
Topografie
Das Pfarrhaus bildete einst zusammen mit Wirtschaftsgebäuden eine Pfarrökonomie, auch Pfarrhof genannt. Es war das östlichste Anwesen des Altortes Thalmassing an der über der Pfatter verlaufenden Altstraße nach Köfering, heute Hauptstraße. Es handelt sich um einen leicht von Nordwest nach Südost ausgerichteten Hakenhof. In der Karte der Uraufnahme von 1816 ist es gekennzeichnet.
Geschichte
Es ist verwunderlich, dass das Pfarrhaus, eines der stattlichsten Gebäude des Ortes, als Bauwerk bislang unbeachtet geblieben ist. Nicht einmal die Baugeschichte ist völlig geklärt. Michael Wening berichtet zu Beginn des 18. Jahrhunderts, dass Andreas Müntzenthaller, Prior der Kartause Prüll, „de Anno 1667, einen neuen Pfarrhof zu Tallmässing gebauet“, der 1770 umgebaut worden sein soll. An anderen Stellen wird wiederum 1770 als Erbauungsjahr genannt, dem aber der Bestand widerspricht. Denkbar ist, dass in den Neubau mittelalterliche Grundmauern einbezogen wurden.
1508 heißt es zum Zustand der Wirtschaftsgebäude, sie seien ruinös („edificia sunt ruinosa“). Über konkrete Schäden im Dreißigjährigen Krieg ist nichts bekannt, obwohl das Dorf nach einer örtlichen Überlieferung 1633 beschossen wurde; die Pfarrkirche besaß 1665 – im Gegensatz zu den anderen Kirchen der Region – keine beschädigten Altäre. Da in den Pfarrmatrikeln und Visitationsprotokollen Pfarrhäuser nur dann erwähnt wurden, wenn sie sich in einem sehr schlechten Zustand befanden, kann in dieser Hinsicht für Thalmassing keine Aussage getroffen werden.
Um 1900 ist eine Neuverputzung belegt. 1916 wird der Pfarrhof in seinem damaligen Umfang beschrieben: Der Stall befand sich im Erdgeschoss des Pfarrhauses. Als Nebengebäude gehörten Stadel, Holzlege, zwei Keller und ein Waschhaus mit Backofen dazu. Für einen so repräsentativen Neubau des späten 18. Jahrhunderts, genauer um 1770, wäre ein Stall im Haus eher ungewöhnlich, sodass hier wohl eine ältere Situation vorlag. Das Pfarrhaus wird 1916 als ruhig, hell, trocken beschrieben, mit zehn heizbaren Zimmern, einer Kammer und unter staatlicher Baulast, die wohl noch aus der Zeit nach der Säkularisation herrührte. Schäden beim amerikanischen Luftangriff 1945 sind nicht bekannt. 1995 fanden Trockenlegung und Fassadensanierung statt.
Beschreibung
Das Pfarrhaus ist ein stattlicher dreigeschossiger und traufständiger Steildachbau mit einem hohen Erdgeschoss, das sich zum dahinter ansteigenden Garten etwas verliert und heute auf der Südseite eine moderne Garageneinfahrt und eine leicht ausmittige Rundbogentür zeigt. Hier befand sich der Stall neben zwei Kellern. Der Hauseingang liegt im ersten Obergeschoss auf der Ostseite über einer Außentreppe. Die beiden Obergeschosse sind traufseitig regelmäßig mit 3:2 Fensterachsen gegliedert, wobei der innere Fassadenabschnitt massiv erscheint. Auf der Ostseite sind die Achsen etwas gegeneinander verschoben, unten mit vier, oben mit fünf Fenstern. Der Giebel besitzt im unteren Dachgeschoss eine mittige halbrunde Ladeöffnung zwischen zwei Schlitzfenstern, darüber ein mittiges Schlitzfenster.
Empfohlene Zitierweise:
Pfarrhaus, Hauptstraße 7, Thalmassing, publiziert am 12.05.2025, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-47772-d-3-75-205-1> (Datum des Zugriffs)
Landratsamt Regensburg, Denkmalregistratur, Thalmassing
MAI Paul und POPP Marianne, Das Regensburger Visitationsprotokoll von 1508, in: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg Band 18, Regensburg 1984, 78
MATRIKEL DER DIÖZESE REGENSBURG, hg. v. Bischöflichen Ordinariat Regensburg, Regensburg 1916, 493
WENING Michael, Historico-topographica descriptio, Bd. 4, München 1726 (Nachdruck München 1977), 16