1845 Erbauung
1920/30 Neuausstattung der Kapelle
Topografie
Der Hof und sein südliches Nachbaranwesen entstanden auf freiem Feld, jedoch „auf eigener Scholle“, am Rand des Altortes, am heutigen innerörtlichen Straßenabschnitt Bergbreite der früheren Regensburger Landstraße und späteren Panzerstraße. Beide Anwesen stellen stattliche Vierseithöfe dar. In der Karte der Uraufnahme von 1816 hieß die nach Osten, in Richtung des Burgweintinger Forstes ansteigende Flur, deren östliche Grenze der Aubach bildet, „Hopfen-Feld“.
Geschichte und Beschreibung
Die Hofanlage. Der nördliche der beiden Höfe entstand 1845, der südliche 1856. Bauherr des nördlichen Anwesens war der Bauer Georg Ebentheuer, dessen bisheriger Hof im südwestlichen Teil des Dorfes zwischen Marienweg und Dorfstraße (Marienweg 2-8) damals schon der größte Hof im Ort war.
Die neue Anlage bildet einen für die Gegend stattlichen Vierseithof mit dem Wohnhaus etwa in der Mitte der Nordseite. Das Wohnhaus stellt einen langgestreckten, zweigeschossigen und traufständigen Satteldachbau dar, dessen Langseite eine unregelmäßige Befensterung aufweist. Von den drei traufseitigen Zugängen führt der linke in einen Ökonomieraum. Über dem inneren Zugang in der vierten Achse von links trägt eine Rautentafel die Jahreszahl 1845. Der von einem modernen Holzbalkon überdeckte Haupteingang liegt in der dritten Achse von Norden. Unter der Traufe verläuft auf ganzer Länge ein hölzernes Kastengesims. An der westlichen Giebelseite ist ein erdgeschossiges Ökonomiegebäude angebaut. Hier verläuft in Höhe des Traufpunktes der Hausmauer unter dem Giebeldreieck ein Absatz; unter dem Giebelspitz ist ein Fenster zugesetzt.
Die Kapelle St. Maria. Nach einem schweren Unfall ihres kleinen Sohnes beim Bau des Anwesens 1845 gelobten die Eltern Ebentheuer den Bau einer Kapelle, der nach dessen Genesung tatsächlich geschah. Als Votiv- und Hofkapelle entstand sie an der Ostseite des Hofes. Der ansehnliche Bau ist ein rechteckiger Satteldachbau mit kräftigen Wandgliederungen aus breiten Putzlisenen, zwei rundbogigen Fensterachsen und einem offenen Dachreiter mit Glocke und Satteldächlein über der Eingangsseite. Die Fenster und das rundbogige Eingangsportal tragen ebenfalls Stuckrahmung. Über dem Portal hat man in barocker Manier bewegte Wirbelwolken aufgeputzt, in denen sich geflügelte Engelsköpfe paarweise tummeln. Die Innenausstattung wurde zwischen 1920 und 1930 erneuert.
Empfohlene Zitierweise:
Bauernhaus mit Hofkapelle, Bergbreite 1, Scharmassing, publiziert am 03.04.2025, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-47489-d-3-75-179-9> (Datum des Zugriffs)
Zur Geschichte von Scharmassing: München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Jesuitenkolleg St. Paul Regensburg, Urkunden
Zur Geschichte von Scharmassing: München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Jesuitenorden, Kolleg St. Paul Regensburg, Amtsbücher und Akten
DOERFLER Heinrich, Scharmassing, in: FENDL, Josef (Hg.), Obertraubling. Beiträge zur Geschichte einer Stadtrandgemeinde, Regensburg 1982, 88-92