1557 Erstnennung des Amtmanns Caspar Hofmaier
19. Jh. Neubau des Stallgebäudes
20. Jh. Umbauten
Topografie
Der ehemaligen Amt- oder Ammerhof von Kloster Frauenzell liegt als Vierseitanlage an der Ostseite des Altorts, rund 100 Meter östlich der Kirche und zugleich an der platzartigen Erweiterung der östlichen Dorfachse, der nach dem Hof genannten Ammerstraße. Der Stall bildet die Westseite des Hofes, der in der Uraufnahme ein Wohnstallhaus auf der Südseite, einen Stadel auf der Nordseite sowie auf der Ostseite einen kürzeren Bau als heute mit einem südlichen schmalen Anbau und einen schmaleren Mittelbau auf der Westseite zur Straße zeigt. Diese Struktur hat sich weitgehend erhalten, wenngleich alle Bauten im 19./20. Jahrhundert erneuert wurden.
Geschichte
Der Hof (alte Haus-Nr. 36) war der Amt- oder Ammerhof der Hofmarksherrschaft und gehörte dem Benediktinerkloster Frauenzell. Seit wann diese Grundherrschaft hier bestand, ist nicht überliefert. Die Hofbesitzer bzw. Amtleute sind seit 1557 nahezu lückenlos belegt. Das Anwesen wurde jeweils weiterverkauft, blieb aber dem Kloster als Grundeigner bzw. der Hofmarksherrschaft abgabenpflichtig.
Aus der Baugeschichte ist nicht viel bekannt. Im Dreißigjährigen Krieg waren im Dorf etliche Gebäude abgebrannt, von denen einige noch im 17. Jahrhundert wiedergestellt wurden. Der Amtshof scheint nicht darunter gewesen zu sein. Stattdessen ist 1774 von einer Brandstätte die Rede, an der das herrschaftliche Hofgebäude gestanden hatte. Wann das Feuer gewütet hatte und was ihm an Bauwerken zum Opfer gefallen war, ist nicht überliefert. 1803 umfasste das Anwesen ein gemauertes Wohnhaus, Stall, Stadel, Schupfen und Backofen, was dem Gebäudebestand der Uraufnahme entspricht. Der Stall auf der Westseite des Amtshofes wurde im 19. Jahrhundert anstelle eines etwas kürzeren Vorgängerbaus errichtet. 1929 brannte die Scheune an der Nordseite ab. Der damalige Gebäudebestand ist auf einem Luftbild von ca. 1930 überliefert.
Beschreibung
Der langgestreckte, traufständige und eingeschossige Satteldachbau ist aus Mischmauerwerk mit Bruchstein und Ziegel errichtet und wird von einem mäßig hohen leicht vorspringenden Sockel umzogen, der zugleich aufgrund des nach Süden leicht ansteigenden Geländes als Ausgleichssockel dient. Auf der nördlichen Hofseite stehen die beiden gleichhohen und annähernd gleichbreiten, korbbogigen Einfahrstore. Daran schließt sich nach Süden eine kleine, um zwei Stufen erhöhte, rundbogige Türöffnung an.
Schließlich reihen sich im Wechsel mit zwei Stallfenstern drei gleichartige Türen mit rechteckigen Gerüsten, jeweils ohne Vortreppe, jedoch mit zugesetztem Bogenfeld über dem Sturz. An der Südecke ist ein modernes Tor eingebaut. Die südliche Giebelwand zeigt nur ein Fenster. Durch die moderne Bedachung sind frühere Dachaufbauten wie Aufzugsgauben nicht mehr erhalten. Die Ställe sind tragen Böhmische Kappengewölbe.
Empfohlene Zitierweise:
Stall des ehem. Frauenzeller Amthofs, publiziert am 06.03.2025, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-47447-d-3-75-171-3> (Datum des Zugriffs)
GSTETTNER Josef, Heimatbuch der Gemeinde Mötzing. Teil 2: Dengling – Mötzing, Mötzing 2007, 162-169
SCHMID Diethard, Regensburg II. Das Landgericht Haidau-Pfatter und die pfalz-neuburgische Herrschaft Heilsberg – Wiesent (Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern Reihe I, Heft 66), München 2014, 97, 483, 493-495