12. Jh. Errichtung des Turms
13. Jh. Erbauung von Chor und Langhaus (?)
Um 1700 Aufstellung der Seitenaltäre
1723/24 Filialkirche von Alteglofsheim; Nennung von drei Altären: Petrus, rechts Anna, links Maria
1725 Umfangreiche Erneuerung des Turms
1725 Abbruch und Wiederaufstellung der Kanzel und eines Altars; Renovierung der Petrusfigur
1729 Reparatur oder Erneuerung der Empore
1733 Renovierungen: Langhaus, Weißdecke, Empore
1741 Erneuerung der Kirchenstühle
1766 Schreinerarbeiten am Hochaltar
1770 Arbeiten an Turm und Sakristei
1782 Ausweißen der Kirche
1785 Bemalung der drei Altarantependien
1788 Renovierung der Petrusfigur
1799 Reparatur des baufälligen Dachstuhls
1817 Kirchenreparatur; Vergoldung und Marmorierung des Hochaltars
1837 Orgelkauf
1839 Einbau einer neuen Orgel von Heinßen in Regensburg
1840/41Renovierung der Säulen am Hochaltar
1846/47 Restaurierung der Seitenaltäre
1847/48 Erneuerung des Pflasters im Chor
1850-1852 Renovierung
1852/53 Erweiterung, Neufassung und Vergoldung des Hochaltars
1855/56 Neuverglasung
1857/58 Neufassung der Kanzel, von Teilen der Seitenaltäre und „der Auferstehung“; Erneuerung des Schalldeckels und Verzierungen an der Kanzel
1874 Anstrich von Orgel und Wand
1878 Umfangreiche Reparatur des Kirchturms
1882/83 Verlängerung der Kirche nach Westen
1883 Ausmalung der Kirche und des Chors
1888 Erneuerung der Orgel
1895 Orgelreparatur
1904/05 Malerarbeiten
1906 Kirchenrenovierung, dabei Ersatz der Schindeldeckung des Turms durch Schieferdeckung
1918 Orgelreparatur
1922 Erneuerung der Orgel
1939 Stiftung eines Tabernakels
1980 Aufstellung des Volksaltars
Kirchhofmauer:
1762 Reparatur
1782 Reparatur
1850 Neuverputzung
1878 Reparatur
1973 Teilabbruch
Kreuzigungsgruppe
Um 1500 Entstehung
Bis 1803 Aufstellung in der Nähe der Köpfstatt von Haidau
1803 Versetzung in die Friedhofmauer in Mangolding
1973 Versetzung in die Kirche beim Teilabbruch der Mauer
Topografie
Der Altort Mangolding am nördlichen Ufer der Pfatter teilte sich in der Karte der Uraufnahme von 1816 in zwei größere Hofstellenblöcke, die von der Kirchstraße und der Scheuerer Straße in Nord-Süd-Richtung und der Mooshamer Straße auf der Nord- und Ostseite gebildet wurden. Darum legte sich eine einzeilige Bebauung auf den anderen Straßenseiten und der Niederalteicher Hof im Osten. Die Kirche steht an der mittleren Westseite des westlichen Hofstellenblocks.
Geschichte
Die erste Erwähnung von „Managoldingon“ 1010 in einer Urkunde des Klosters Niederalteich deutet auf die Herkunft des Ortsnamens von dem Personennamen Managolt. Die Schreibung „Mangoltingen“ lässt sich seit etwa 1180 nachweisen.
Das Kirchenpatrozinium St. Peter weist auf eine alte Gründung und möglicherweise einen Bezug zur Regensburger Bischofskirche hin. Zur Baugeschichte der Kirche liegen widersprüchliche Meinungen vor. Die eine setzt die Entstehung mit Chor und Langhaus ins 13. Jahrhundert und sieht eine Verlängerung nach Westen im Barock. Die andere datiert den Turm in den unteren Bereichen in die Romanik, Chor und Langhaus hingegen ins 17. Jahrhundert. Klar ist, dass der Turm aus dem 12. Jahrhundert stammt, denn er besitzt ein romanisches Fischgrätmauerwerk, eine aus der Antike stammende Technik, die sich im Landkreis auch in der Kirche zu Gebelkofen findet.
St. Peter kann nicht sehr bedeutend gewesen sein, denn als Alteglofsheimer Filialkirche St. Peter wird sie erstmals in der Bistumsbeschreibung von 1600 erwähnt.
Gesichert ist eine umfangreiche Erneuerung des Turm 1725 mit Abbruch des Dachwerks und Erhöhung des Turms mit neuer Kuppel durch Maurermeister Georg Rieder, Niedertraubling, und Zimmermeister Adam Apfel, Abbach. 1741 wurde das Gestühl erneuert. Weitere Baumaßnahmen, von kleineren Reparaturen und Renovierungen wie 1733, 1782, 1817 sowie einer umfangreichen Reparatur des Turms 1878 abgesehen, betrafen 1850 bis 1852 die Renovierung der Kirche mit der Trockenlegung, dem Ersatz des Ziegelbodens durch Solnhofener Kalk, einem neuen Verputz und der Reparatur des Dachs. 1882 bis 1883 erfolgte eine Verlängerung der Kirche um 4,6 Meter nach Westen durch den Mintrachinger Maurermeister Michael Linner, bei der das Westmauerwerk zur Verlängerung der Kirchenmauern verwendet und die neue Westwand aus Ziegeln errichtet wurde. Sogleich erfolgte eine Neuausmalung durch Christian Engleder aus Schierling. Fünf Jahre später lieferte Georg Zweck, Amberg, eine Orgel, die 1922 einem neuen Instrument von Michael Weise, Plattling, weichen musste. 1905 erfolgten Malerarbeiten durch Otto Zacharias, Regensburg, und Johann Wirth, Stadtamhof. Bei einer Kirchenrenovierung 1906 wurde die Schindeldachung des Turms durch Schiefer ersetzt. 1980 entstand der neue Volksaltar.
Die Kirchhofmauer. Die Kirchhofmauer lässt sich im normalen Bauunterhalt 1762 und 1782 anlässlich von Reparaturen nachweisen. 1850 erfolgte eine Neuverputzung, 1878 eine erneute Reparatur und 1973 ein Teilabbruch.
Beschreibung
Das Äußere. In ihrer Gliederung und Staffelung von drei nach Westen jeweils höheren Baukörpern – die Sakristei, dahinter der Chor mit Schopfwalmdächern und das Langhaus mit Satteldach –, überragt vom Turm mit seiner Zwiebelhaube auf der Südseite, bietet die Peterskirche einen malerischen Eindruck, wie es ihn in dieser Weise im Landkreis kein zweites Mal gibt.
Das fünfachsige Langhaus trägt ein Steildach. Die Erweiterung von 1882 zeichnet sich im größeren Abstand der beiden westlichen Fenster ab. Die Westseite besitzt nur ein kleines Dachstuhlfenster in der Mitte, während dem Eingang ein geschlossenes Vorzeichen mit Satteldach und seitlichem Eingang vorgesetzt ist.
Der Chor zeichnet sich durch eine Achse mit Stichbogenfenstern ab, die Sakristei davor ist von rechteckigen Rahmen mit zurückgesetzten Wänden gegliedert, mit Südeingang und einem Ostfenster. Der Turm besitzt einen schlanken Schaft und ist im oberen, 1725 aufgesetzten Glocken- und Uhrgeschoss achteckig, mit schlanken, rundbogigen Schallfenstern.
Das Innere.Das Kirchenschiff bildet einen schlichten Saal mit gerahmter Flachdecke über einer seichten Hohlkehle. Die Westseite in Tiefe einer Fensterachse nimmt die freitragende schlichte Empore ein. Den Altarraum mit Flachdecke über Hohlkehle öffnet ein schmaler rundbogiger Chorbogen. Der Zugang zur Sakristei liegt hinter dem Hochaltar.
Die Ausstattung.Von einem älteren Hochaltar mit dem Patrozinium St. Peter unbekannter Zeitstellung berichtet eine Quelle, dass er 1665 beschädigt war. 1766 gab es Schreinerarbeiten, 1785 eine Bemalung aller drei Antependien durch Bartholomäus Hörmann, Alteglofsheim. Die Petrusfigur wurde 1788 renoviert. 1817 erfolgte durch Ignaz Herrmann, Alteglofsheim, die Vergoldung und Marmorierung des Hochaltars. Der heutige Hochaltar stammt nicht aus dieser frühen Zeit. Ob sich die Nachricht, er wäre 1852 bis 1853 durch Schreiner Stimmer und Maler Hermann, Alteglofsheim erweitert, neu gefasst und vergoldet worden, bereits auf das heutige Retabel bezieht, ist nicht eindeutig zu belegen. Eine Neuanschaffung ist jedoch später nicht mehr erwähnt. Er bildet jedenfalls eine Neuschöpfung des Spätklassizismus mit drei gestuften Figurennischen unter einer sogenannten Serliana mit höherem Mittelrundbogen und zwei geraden seitlichen Gebälken mit Fries und vorkragendem Zahnschnittgesims. Hinterlegte reiche korinthische Pilaster mit Blumenschnüren und Schleifen bilden die Teilung. Den Gebälkfries schmücken Palmettenmotive, Phiolen links und rechts bekrönen das Gebälk. Den Rundbogen besetzen seitliche Rosetten und den Scheitel ziert eine Vase mit Flammen flankiert von Volutenranken. Die Figuren stellen Petrus als Kirchenpatron, rechts Johannes und links Paulus dar. Das Tabernakel des Hochaltars ist eine Stiftung von 1939.
Die beiden Seitenaltäre, entstanden um 1700, zeigen sich als wenig raumhaltige komposite Zweisäulenretabel mit hohem Unterbau, pilastergerahmter Figurenmuschelnische und seitlichen durchbrochenen, etwas spröd-trockenen Laubwerkranken. Die Auszüge bilden gesprengte Giebel mit runden Eckstücken und zweisäulige Ädikulen, die das Retabel wiederholen. Die Schnitzteile sind vergoldet, die Architektur dunkel gefasst, die Stützen marmoriert. Im linken Annen-Altar, 1665 als beschädigt erwähnt, steht die reich bekleidete Figur Annas, die ihre Tochter Maria auf dem Arm trägt. Der rechte Marienaltar, erstmals 1723 belegt, birgt eine spätgotische Madonna mit Kind, eine schlanke, hoheitsvolle Figur mit ovalem Gesicht und fallendem Mantel. Das rundliche Jesuskind präsentiert ein kleines, aufgeschlagenes Buch und trägt eine Perlenkette mit Kreuz. Die Säulen der Seitenaltäre wurden 1840 bis 1841 durch Bartholomäus Hörmann restauriert, 1846 bis 1847 erfolgte eine Renovierung der Altäre durch Schreiner Merl von Alteglofsheim und Maler Johann Schmalzbauer von Regensburg.
An der rechten Langhauswand hängt ein bemerkenswertes Tafelbild des 18. Jahrhunderts, das die reich geschmückte Muttergottes als Zuflucht der Sünder („Refugium Peccatoru[m]“) zeigt. Es handelt sich um eine Kopie des Gnadenbildes von Maria Dorfen, einer der großen alten Wallfahrtsorte Altbayerns.
Eine kulturgeschichtliche Seltenheit bildet der schwarze, mit Totenköpfen bemalte Schein-Sarg, ein Katafalk, aus dem 18./19. Jahrhundert, der bei Leichenfeiern in der Kirche aufgestellt wurde. Da es in Mangolding keinen Friedhof gab, vertrat der Katafalk den Sarg, der im Leichenhaus zu Scheuer stand. Auf der Oberseite trägt das aufgemalte Band das Christus-Monogramm IHS. Möglicherweise diente er auch an Karfreitag als Heiliges Grab.
1772 wurde das Ölgemälde mit Jesus an der Geißelsäule gestiftet, das mit den Initialen „A:H:F:R:“ bezeichnet ist.
An der Westseite des Vorzeichens steht die Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. An einem lateinischen Kreuz mit verbreiterten Armen und Kopfstück ist die Figur des Gekreuzigten stark abgewittert, zeigt indes noch Reste früherer Fassung. Die beiden Figuren der Heiligen Maria und Johannes Evangelist sind nahezu völlig vergangen. Der Körper Mariens wurde zu einer mehr oder minder formlosen Masse, von Johannes sind noch der Mantel und die vor der Brust zusammengelegten Hände erkennbar.
Die Verwitterungsspuren zeigen, dass das Kreuz lange Zeit im Freien stand, was mit der Nachricht übereinstimmt, es hätte – ähnlich wie das Hochkreuz in Wenzenbach – bis zur Säkularisation 1803 nahe der Köpfstatt des Landgerichtssitzes Haidau gestanden, wäre dann in die Kirchofmauer der Mangoldinger Kirche und nach deren Teilabbruch 1973 in das Vorzeichen versetzt worden sein. Die Position des um 1500 datierten Steinkreuzes im Bereich der Straßenspinne muss jedoch nicht ursächlich mit dem Hochgericht zusammenhängen, sondern könnte auch – wie in anderen Fällen – als Wegweiser oder Grenzstein gedient haben. Bei einer Entstehungszeit vor der Verstaatlichung des Strafrechts 1542 wäre natürlich auch an ein Sühnekreuz zu denken, wobei es derzeit keinen Hinweis auf eine Untat und eine damit zusammenhängende private Sühneleistung gibt.
Die Kirchhofmauer
Trotz eines Hofes rund um die Kirche besaß St. Peter wohl aufgrund ihrer geringen Bedeutung keinen Friedhof, dieser befand sich im benachbarten Scheuer. Aus der Baugeschichte der Mauer ist bekannt, dass sie 1762, 1782, 1850 und 1878 repariert und 1973 teilweise abgebrochen wurde. Daher ist nur der Abschnitt westlich der Kirche erhalten.
Empfohlene Zitierweise:
Kath. Nebenkirche St. Peter und Paul, Kirchstr. 3, Mangolding, publiziert am 23.12.2025, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-47423-d-3-75-170-10> (Datum des Zugriffs)
MORSBACH Peter, Dokumentation zur Bau- und Ausstattungsgeschichte der Kirche St. Peter in Mangolding, 2023
Alteglofsheim, Pfarrarchiv, Bestand Mangolding
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DEHIO Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V; Regensburg und Oberpfalz, bearb. von Jolanda Drexler, Achim Hubel, Astrid Debold-Kritter, u. a., aktualisiert von Peter Morsbach und Achim Hubel, München/Berlin 22008, 310-311
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