Kath. Filialkirche St. Bartholomäus

Frengkofen

  • Zeittafel

    Um 1400 Erbauung 

    1589 Erwähnung von drei Altären: Maria, Georg, Johannes Baptista 

    1600 Erwähnung als Filialkirche von Wörth

    1665 Erwähnung von drei beschädigten Altären: Maria, Johannes der Täufer, Joseph

    Um 1700 Einbau der Kanzel

    1. Hälfte 18. Jh. Umgestaltung

    1856 Erneuerung der Orgel

    2. Hälfte 19. Jh. Restaurierung und mit Neugestaltung der Deckenmalerei; Patroziniumswechsel zu St. Bartholomäus?

    1891 Umpfarrung nach Donaustauf

    1916 Nennung als St. Bartholomäus 

    1980/81, 1990 Renovierungen

  • Beschreibung

    Topografie

    Die Filialkirche St. Bartholomäus steht historisch etwa in der Mitte des direkt am nördlichen Donauufer liegenden einstigen Straßendorfes, wie in der Uraufnahme von 1816 überliefert. Ein leicht unregelmäßig viereckiges Grundstück umgibt die Kirche sehr eng. Der Richtung der Donaustraße bzw. des Flusses folgend, ist sie leicht nach Südosten ausgerichtet.

     

    Geschichte

    Nur weniges ist bisher über die Filialkirche St. Bartholomäus bekannt. Unklar ist, seit wann es in dem erstmals vor 926 genannten „Fredinghoua“ eine Kirche gab. Weinbau ist 1160 belegt. Frengkofen wird 1508 mit seiner Marienkirche (und dem Benefizium St. Nikolas im nicht weit entfernten Ettersdorf) als kleines Dorf ohne Friedhof („parva villa, nullam sepulturam“) bezeichnet, das zur Pfarrei Wörth gehört. Einen Kirchfriedhof gibt es bis heute nicht. Bis zu ihrer Umpfarrung nach Donaustauf 1891 gehörte die Kirche St. Peter in Wörth a.d. Donau. Wohl im 19. Jahrhundert wurde das jahrhundertealte Marienpatrozinium durch Bartholomäus abgelöst – darauf weist auch das Altarbild des linken Seitenaltars hin.

    Baunachrichten fließen spärlich. Die Errichtung der Kirche als Chorturmkirche wird um 1400 angenommen. 1589 besaß sie drei Altäre (Maria, Georg, Johannes der Täufer). 1665 hatte sie drei beschädigte Altäre (Maria, Johannes Baptista, Joseph). Stilistische Anhaltspunkte sprechen für eine Entstehung der bestehenden Altäre nach 1665. Um 1700 datiert die Kanzel. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgten wohl der Abbruch des Chorturms und ein Umbau. 1723/24 wird das im Vergleich zu den anderen Wörther Filialkirchen recht bescheidene Vermögen erwähnt. Ein Hochwasser 1845 war so beeindruckend, dass davon noch eine Hochwassermarke kündet. Möglicherweise schloss sich eine Sanierung an, von der das 1846 datierte westliche Türschloss erzählen könnte. 1856 erhielt die Kirche eine neue Orgel. Die Ausmalung und Teile der Ausstattung gehen jedenfalls auf eine Renovierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. 

    1891 erfolgte eine Umpfarrung nach Donaustauf. Ob die Umwidmung zu St. Bartholomäus in diesem Zusammenhang zu sehen ist, lässt sich vorderhand nicht belegen. Renovierungen der jüngeren Zeit fanden 1980 bis 1981, 1990 und zuletzt 2006 bis 2007 statt. 

     

    Beschreibung

    Das Äußere. Die Kirche steht als bescheidener Saalbau mit eingezogenem Chor traufständig zur Straße. Das zweiachsige Langhaus besitzt beidseitig gerundete Fenster. Der Chor steigt nur mit je einem kleinen Fenster noch immer turmartig empor, wobei seine Dachtraufe sehr viel höher als die des Langhauses liegt. Dadurch entsteht über dem Chorgewölbe ein Raum mit hohen Sargmauern. Diese Art der Chorgestaltung prägt in der Region den Kirchenbau in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wozu auch die Form der Fenster und der achteckige Chordachreiter passen. Letzterer entstand im Rahmen eines grundlegenden Umbaus, bei dem der Chorturm auf seine heutige Höhe abgetragen wurde. Hierfür dürften statische Schwierigkeiten ausschlaggebend gewesen sein, die sich auch aufgrund der beiden massiven Eckverstärkungen des Turmerdgeschosses vermuten lassen. Vielleicht wurden auch deswegen die Chorfenster nicht vergrößert. An der Nordseite des Chors steht unter einem Schleppdach die Sakristei. Der Eingang mit einem spätgotischen, gekehlt-profilierten Spitzbogen liegt an der Westseite, die sonst bis auf ein Rundfenster im Giebelspitz geschlossen ist. Die wohl bauzeitliche Bohlentür mit ihrem Eisenplattenbeschlag und spiraliger Schlüsselführung außen, innen dem Schnappschloss und Fallriegelschloss mit der Jahreszahl 1846 ist von besonderem kulturgeschichtlichem Wert. An der südwestlichen Außenseite ist eine gusseiserne Hochwassermarke von 1845 eingelassen. Die damalige Flut könnte eine Renovierung der Kirche ausgelöst haben.

    Das Innere. Das Langhaus ist ein schlichter Saal mit zwei Fensterachsen. Die Flachdecke über einer reich profilierten Hohlkehle trägt stark gerundete und eingezogene Stuckrahmen mit neubarocken Rundbildern mit den Halbfiguren der vier Evangelisten und über der Orgel einem Vierpass mit einem durchstrahlten Wolkenhimmel mit Engeln und dem zentralen Jesusmonogramm IHS in einem Kreisfeld. Die Westseite nimmt eine gerade Orgelempore auf zwei Balken und Stützen ein. Der Altarraum im ehemaligen Turm öffnet sich mit einem hohen Rundbogen und trägt ein schlichtes Kreuzgratgewölbe. Sein Licht erhält er von einem Fenster auf der Südseite.

    Die Ausstattung. Dass die drei Altäre in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden, steht außer Zweifel. Dafür spricht ihre streng orthogonale, fast zweidimensionale Komposition. Die beiden Seitenaltäre sind denen in der Pfarrkirche in Bach a.d. Donau sehr ähnlich, wie die stichbogigen Altarbilder zeigen, doch besitzen sie mehr Volumen und üppigeres Schnitzwerk, was für eine etwas spätere Entstehung spricht. 

    Der Hochaltar präsentiert sich als mit Knorpelwerk reich verziertes Zweisäulenretabel, dessen freistehende Säulen außen von zwei Pilastern begleitet werden. Dazwischen steht eine rundbogige Figurennische mit der Figur der Maria, die dem Kind eine Traube reicht. Es handelt sich um die Kopie des im Regensburger Diözesanmuseum befindlichen Originals aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, verwandt der Madonna in Hohengebraching. Seitlich stehen – einer Weingegend angemessen – Papst Urban mit der dreireihigen Tiara, der Patron der Winzer, und ein namenloser Papst, beide um 1470. Den Auszug mit freistehenden Säulen flankieren zwei aufgerichtete Voluten, auf denen zwei Engel sitzen. Zwischen reich verzierten Hermenpilastern beugt sich die Figur Gottvaters aus einem Ovalrahmen nach unten. Über einem kräftigen Gebälk aus Zahnschnitt und Eierstab spannt sich ein tiefer Segmentbogengiebel. Alle Schnitzteile sind vergoldet und bedecken die Architektur in üppiger Weise. 

    Die als Paar gearbeiteten Seitenaltäre sind in ihrem Dekoraufwand dem Hochaltar gegenüber etwas zurückgenommen. Auch sie sind Zweisäulenretabel, mit kräftig vorspringendem, niedrigen Gebälk. Die beiden stichbogigen Altarbilder zeigen links den Kirchenpatron Bartholomäus, wohl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, rechts Johannes Nepomuk, dem ein Engel einen Märtyrerzweig reicht, während im Hintergrund sein Martyrium beim Sturz von der Karlsbrücke zu Prag gezeigt wird. Dieses Bild dürfte zwischen 1730 und 1750 – in der Zeit nach seiner Heiligsprechung – entstanden sein. Verschlungenes Ast- und Laubwerk besetzt die Flanken der Altäre. Ihr Figurenschmuck ist nach oben zu den Auszügen versetzt, die die Bilder Herz Mariens und Herz Jesu aus dem 19. Jahrhundert zeigen. Die Figuren hingegen stammen aus der Spätgotik, um 1490: links Johannes der Täufer und Florian, rechts Petrus und Jakobus. Die Kanzel an der Nordseite vor dem Seitenaltar entstand im frühen 18. Jahrhundert. Auf einem reich gestuften und profilierten Sockel steht der viereckige Korb mit Volutenspangen an den Ecken und einem dreifach gestuften Kanzelkranz. Auf dem dreifach faszierten Schalldeckel balanciert ein Putto mit den beiden Gesetzestafeln. 

    Der zweigeschossige und dreiteilige Orgelprospekt von 1856 setzt einen kräftigen Akzent; in seiner Machart könnte er von Anton Ehrlich in Straubing oder Johann Nikolaus David Heinssen in Regensburg stammen. Zwei Türme flankieren ein niedriges Mittelfeld, alle Felder sind rundbogig mit Eckpilastern.

     

    Empfohlene Zitierweise:

    Kath. Filialkirche St. Bartholomäus, Donaustr. 12, Frengkofen, publiziert am 01.07.2026, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-46946-d-3-75-116-9> (Datum des Zugriffs)

  • Quellen

    Landratsamt Regensburg, Denkmalregistratur, Bach a.d.Donau 

  • Literatur

    Literatur:

    DEHIO Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V; Regensburg und Oberpfalz, bearb. von Jolanda Drexler, Achim Hubel, Astrid Debold-Kritter, u. a., aktualisiert von Peter Morsbach und Achim Hubel, München/Berlin 22008, 173

    DIE KUNSTDENKMÄLER VON OBERPFALZ UND REGENSBURG, Bd. 21: Bezirksamt Regensburg, bearb. von Felix Mader, München 1910, 70

    HEIM Manfred (Hg.), Des Erzdechanten Gedeon Forster Matrikel des Bistums Regensburg vom Jahre 1665 (Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg Beiband 3), Regensburg 1990, 27-28

    HEIM Manfred (Hg.), Die Beschreibung des Bistums Regensburg von 1723/24 (Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg Beiband 9), Regensburg 1996, 22-23, 

    HEIM Manfred (Hg.), Die Matrikel des Bistums Regensburg vom Jahre 1600 (Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg, Beibd. 7), Regensburg 1993, 5

    MAI Paul (Hg.), Das Regensburger Visitationsprotokoll von 1589/90 (Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg, Beibd. 12), Regensburg 2003, 476, 516

    MAI Paul und POPP Marianne, Das Regensburger Visitationsprotokoll von 1508, in: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg, Bd. 18, Regensburg 1984, 255

    MATRIKEL DER DIÖZESE REGENSBURG, hg. v. Bischöflichen Ordinariat Regensburg, Regensburg 1916, 209-210

    MATRIKEL DES BISTUMS REGENSBURG, hg. v. Bischöflichen Ordinariat Regensburg, Regensburg 1997, 62

    PRINZ Michael, Beiträge zu einem Historischen Siedlungsnamenbuch des Alt-Landkreises Regensburg, Magisterarbeit Univ. Regensburg 1997, 91-92