Um 1370 Errichtung des Kelterhauses
Um 1615 Errichtung der Weinpresse (dendro. dat.)
1993 Übergang in den Besitz der Gemeinde Bach
1997/98 Sanierung und Ausbau zum BaierWeinMuseum
2008 Erweiterung nach Westen durch einen Museumsanbau
2017 Renovierung der Weinpresse
Topografie
Das Kelterhaus steht traufständig direkt an der Hauptstraße, rund 600 Meter westlich des Altortes.
Geschichte
Das ehemalige Biet- oder Kelterhaus, das sogenannte Presshäusl, zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen des mittelalterlichen und neuzeitlichen Weinbaus an der bayerischen Donau. Es wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts – wohl um 1370 – errichtet. Im Haus blieb eine hölzerne Weinpresse aus der Zeit um 1615 erhalten (dendro. dat.), die neben der 1611 entstandenen Weinpresse im Alten Rathaus zu Regensburg, die aus dem nahen Sulzbach stammte, eine der ältesten erhaltenen ihrer Art in Deutschland gehört.
Donaustauf und Bach waren in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts Sitze von Weinmeisterämtern mit je zwei Weinmeistern, was die Bedeutung der beiden Orte als Zentren des Weinbaus unterstreicht. Der von der Herrschaft eingesetzte Weinmeister überwachte die Arbeit der Weinbauern oder Weinzierln. Im 16. Jahrhundert verstand man unter dem Weinmeister einen erfahrenen Winzer, der vom Rentmeister in Straubing vereidigt wurde und als Sachverständiger des Weinpropstes fungierte, dem wiederum die gesamten herrschaftlichen Hofweingärten unterstanden.
Nachdem das Kelterhaus mit seinem Umgriff 1993 in den Besitz der Gemeinde Bach gekommen war, wurde es 1997/98 restauriert und zum BaierWeinMuseum ausgebaut. Wesentlich war bei der denkmalgerechten Sanierung, die ursprüngliche Funktion des Hauses und seine Einrichtung zu erhalten.
Beschreibung
Das Kelterhaus ist ein eingeschossiger, zur Hauptstraße traufständiger Flachsatteldachbau, der hangaufwärts etwas im Boden liegt. Zur Straße zeigt es sich als geschlossener Bruchsteinbau mit einem hochliegenden Fensterchen auf der linken Seite. Auch die West- und die Nordseite sind geschlossen. Der Eingang geht durch einen leicht gespitzten Werksteinbogen auf der rechten Ostseite, daneben liegt ein kleines Holzrahmenfenster, schräg über dem Portal ein kleines Einflugloch. Das Dach trägt eine Legschindeldeckung mit Rundhölzern, die zu einem Scharschindeldach gehörigen Scharrinnen sind in traditioneller Weise aus Holzstämmen gearbeitet.
Der Innenraum ist ebenso schlicht und zweckmäßig gehalten mit einem offenen Pfettendachstuhl und wird weitgehend von der Weinpresse in Anspruch genommen. Die Weinpresse ist eine schlichte, höchst effektive Balkenkonstruktion, bei der der 9,4 Meter lange Pressbaum aus Eichenholz mit einem Eigengewicht von etwa 1,9 Tonnen hohen Druck erzeugte. Die Spindel am Ende diente dazu, den Pressbaum nach oben zu bewegen. Auf dem 12 Quadratmeter großen Pressboden, mittelhochdeutsch „Biet,“ lateinisch „torcular“ (daher die Begriffe Torkel und törgelen), wurden die Weintrauben von Keltertretern mit den Füßen ausgepresst. Dem Umstand, dass die Weinpresse bis 1857 in Betrieb war, ist der Glücksfall ihrer Erhaltung zu verdanken. Die letzte Instandsetzung aufgrund starken Holzwurmbefalls geschah 2017. Ungeklärt ist bislang die Bedeutung der Jahreszahl 1551 auf der Stirnfläche des Pressbaums.
Empfohlene Zitierweise:
Ehem. Kelterhaus, Hauptstr. 1b, Bach a. d. Donau, publiziert am 01.07.2026, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-46943-d-3-75-116-6> (Datum des Zugriffs)
Landratsamt Regensburg, Denkmalregistratur, Bach a.d. Donau
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