Barzefall-Kapelle

Auhof

  • Zeittafel

    1841 Erbauung

    1986 Wiedereinrichtung nach Plünderung

  • Beschreibung

    Topografie

    Die Kapelle steht im Zentrum des jungen Straßendorfes an der Einmündung des Kapellenwegs in die Grafenwöhrer Straße. Der ursprüngliche Auhof, ein vierseitiger Einödhof, ist in der Karte der Uraufnahme von 1816 nordöstlich davon eingetragen. Die heutigen Straßen bestanden damals noch nicht.

     

    Geschichte

    Das Problem mit der Datierung der Kapelle ist die Jahreszahl in der Gedenkinschrift über dem Eingang, die sich heute als 1811 liest. Doch soll die Kapelle nach einer örtlichen Überlieferung im Andenken an den am 7. Mai 1841 verstorbenen Anton Barzefall von seiner Witwe Anna errichtet worden sein: „Dem Andenken / des ehrengeachteten / Anton Barzefall, gewesener Bauer am Auhof. / (Er)nst und ergeben in dem Herrn entschlafen / den 7 t Mai 1811 (1841?) im 61. Lebensjahre. // Ruhig wandert der Gerechte / Nach der Arbeit seiner Zeit: / Zu dem Lohn getreuer Knechte / In das Haus der Ewigkeit. // Mit Thränen des Dankes und der Liebe / weihen dieß Denkmal / die tieftrauernde / Gattin Anna Barzefall mit ihren vier / Kindern. / R: I: P.“ Der Schriftcharakter und die Orthografie lassen sich nicht genau datieren, könnten sowohl dahin aus auch dorthin gehören. Allerdings ist die Kapelle 1816 noch nicht in der Uraufnahme verzeichnet, was auf die Erbauung um 1841 hinweist. Möglicherweise wurde die Tafel wiederverwendet, denn in der fünften Zeile ist das erste Wort „ernst“ am Rand überputzt. 

    Zwei Kriegerdenkmäler in Form von lateinischen Steinkreuzen für 1914-1918 und 1939-1945 stehen beiderseits der Kapelle mit den Namenslisten der in beiden Weltkriegen Gefallenen, davor liegen zwei Stahlhelme. 

     

    Beschreibung

    Der markante Flachsatteldachbau steht heute im Zentrum des modernen Straßendorfes südwestlich des früheren Auhofes, umrahmt von Bäumen. Die Eingangsseite ist von der Straße abgewandt und durch einen hohen, vierfach faszierten Rundbogeneingang bestimmt. Die Traufe und den Ortgang des Daches bildet ein gestuftes Kastengesims. 

    1986 war die Kapelle „geplündert“ und erhielt eine Ausstattung mit einer barock-bewegten Sitzfigur der Schmerzhaften Muttergottes, die von zwei Anbetungsengeln flankiert wird. Eine dreipassförmige Inschriftkartusche im bewegten Laubwerkrahmen und bekrönt von einem geflügelten und behelmten Engelskopf hängt in der rechten Ecke darüber. 

     

    Empfohlene Zitierweise:

    Barzefall-Kapelle, Grafenwöhrer Str. 12, Auhof, publiziert am 23.12.2025, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-47422-d-3-75-170-9> (Datum des Zugriffs)

  • Quellen
  • Literatur

    ZEHETNER Ludwig, Kapellen. Eine Bestandsaufnahme im Raum zwischen Regensburg und Roding (Stadt und Landkreis Regensburg, Landkreise Schwandorf, Cham, Straubing), in: Beiträge zur Flur- und Kleindenkmalforschung in der Oberpfalz 9 (1986), 82, Nr. 84 

    ZEHETNER Ludwig, Pestgrab, Waldkapelle und andere Kleindenkmäler in der Gemeinde Mintraching, in: Beiträge zur Flur- und Kleindenkmalforschung in der Oberpfalz 7 (1984), 33-53, hier 52, Nr. 15 und 16