1883 Errichtung anstelle eines älteren Flurdenkmals
Topografie
Das Denkmal steht im Pfingstwinkel unweit eines Feldweges und nahe dem Pfingstgraben, rund 1,8 Kilometer nordöstlich von Mintraching. Die Karte der Uraufnahme von 1816 verzeichnet an derselben Stelle bereits ein Flurdenkmal.
Geschichte
Genau 170 Jahre nach der letzten Pestepidemie, die von 1708 bis 1714 in Deutschland und 1713 in Regensburg und Umgebung wütete, errichtete die Pfarrgemeinde Mintraching anstelle eines Flurdenkmals unbekannten Aussehens das Denkmal für die 43 Pesttoten der Pfarrei, die zwischen dem 11. August und 7. November 1713 der Seuche zum Opfer fielen. Grund für die weite Entfernung der Bestattungen vom Dorf war einerseits die Furcht vor Ansteckung, andererseits vielleicht der 950 Meter südwestlich davon liegende Hof des Wasenmeisters (Abdeckers), der die Bestattungen durchzuführen hatte, und möglicherweise die Nähe zum sogenannten Schinderfeld südlich von Allkofen.
Beschreibung
Das Denkmal besteht aus einem leeren Sarkophag, einem Kenotaph, aus gelblich-grauem Sandstein auf einer Grundplatte und vier Kugelfüßen. Der Kasten verbreitert sich nach oben und trägt eine schmalere, tief gekehlte und gerundete Deckplatte. An seiner Kopfseite steht auf einem Sockel, dem Feldweg die Rückseite zuwendend, eine Stele mit einer spitzbogigen Inschrifttafel, die von zwei flachen Märtyrer-Palmzweigen flankiert ist. Den Abschluss bildet eine breitere Bekrönung mit einer Kehle über einem Rundstab und einer flachen Verdachung. Darauf steht auf einem geschrägten Sockel ein neugotisches lateinisches Kreuz mit Nasen.
Die Inschriftplatte trägt die Widmung: „Hier ruhen in Gott / 43 Angehörige der Pfarrgemeinde / Mintraching, / welche vom 11. August bis 7. November / 1713 an der Pest verstorben sind. / R. I. P. / Ihnen weiht dieses Denkmal / die Pfarrgemeinde Mintraching / am 1. Juli 1883. / Damals war Pfarrer der hochw. / Herr Johann Michael Leutmayer / und Cooperator der hochw. Herr / Johann Michael Haselbeck“.
Pestgrab, Am Herdwegkreuz, Mintraching, publiziert am 08.01.2026, in: Monumenta – Denkmaldigital, URL: <https://www.monumenta.de/liste/detail/m/baudenkmaeler-47420-d-3-75-170-7> (Datum des Zugriffs)
STEIMMER Josef, 1713 – die Pest in Mintraching, in: Gemeinde Mintraching u. a. (Hg.), Mintraching – 1250 Jahre „Wachsen, Blühen und Gedeihen“. Chronik und Festschrift zur 1250-jährigen Geschichte Mintrachings, Mintraching 2018, 16-19
ZEHETNER Ludwig, Pestgrab, Waldkapelle und andere Kleindenkmäler in der Gemeinde Mintraching, in: Beiträge zur Flur- und Kleindenkmalforschung in der Oberpfalz 7 (1984), 36-40